Der Staat und die Wirtschaft
Der Staat gibt jedes Jahr so viel aus, wie die halbe Wirtschaft erwirtschaftet.
Absolute Summen sagen wenig, solange man nicht weiß, wogegen man sie hält. Gemessen an dem, was in Deutschland erwirtschaftet wird, sind die 2.274,4 Mrd € Staatsausgaben eine Größe, die man einordnen kann — und von der 6,9 % als Investition zurückkommt.
Für 2026 liegen die Gesamtrechnungen noch nicht vor. Jeder Abschnitt nennt im Titel das Jahr, das er zeigt.
Bruttoinlandsprodukt 2025
4.529,7 Mrd €
+0,2 % preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr
Staatsquote
50,2 %
Ausgaben des Staates, gemessen am Bruttoinlandsprodukt
Abgabenquote
40,9 %
Steuern und Sozialbeiträge zusammen
Investitionsquote
3,4 %
1991 waren es 3,2 %
Bruttowertschöpfung 2023
Woher die Wirtschaftsleistung kommt
Jede Fläche ist ein Wirtschaftsbereich, ihre Größe seine Wertschöpfung. Anklicken öffnet die nächste Ebene — so weit, wie das Statistische Bundesamt sie für dieses Jahr veröffentlicht hat.
56 Positionen
Grundstücks- und Wohnungswesen
374,43 Mrd €
Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
237,91 Mrd €
Großhandel
210,39 Mrd €
Rechts-, Steuer-, Unternehmensberatung, Ingenieurbüros
197,95 Mrd €
Gesundheitswesen
196,88 Mrd €
Erziehung und Unterricht
180,30 Mrd €
Fahrzeugbau
172,82 Mrd €
Bauinstallation und sonstiger Ausbau
135,69 Mrd €
Einzelhandel
135,65 Mrd €
IT- und Informationsdienstleister
127,05 Mrd €
Maschinenbau
119,74 Mrd €
Heime und Sozialwesen
118,53 Mrd €
Fahrzeugbau
172,82 Mrd €
4,5 %
Maschinenbau
119,74 Mrd €
3,1 %
Metallerzeugung und Metallerzeugnisse
94,94 Mrd €
2,5 %
Ernährungsgewerbe und Tabak
60,39 Mrd €
1,6 %
DV-Geräte, Elektronik und Optik
60,25 Mrd €
1,6 %
Gummi, Kunststoff, Glas und Keramik
56,84 Mrd €
1,5 %
Möbel, sonstige Waren, Reparatur und Installation
55,15 Mrd €
1,4 %
Chemische Erzeugnisse
52,87 Mrd €
1,4 %
Elektrische Ausrüstungen
51,96 Mrd €
1,3 %
Holz, Papier und Druckerzeugnisse
29,57 Mrd €
0,8 %
Pharmazeutische Erzeugnisse
25,71 Mrd €
0,7 %
Kokerei und Mineralölverarbeitung
10,50 Mrd €
0,3 %
Textilien und Bekleidung
8,41 Mrd €
0,2 %
Energieversorgung
98,33 Mrd €
2,6 %
Abwasser- und Abfallentsorgung
32,90 Mrd €
0,9 %
Wasserversorgung
6,56 Mrd €
0,2 %
Bergbau, Steine und Erden
6,46 Mrd €
0,2 %
Gesundheitswesen
196,88 Mrd €
5,1 %
Heime und Sozialwesen
118,53 Mrd €
3,1 %
Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
237,91 Mrd €
6,2 %
Erziehung und Unterricht
180,30 Mrd €
4,7 %
Großhandel
210,39 Mrd €
5,5 %
Einzelhandel
135,65 Mrd €
3,5 %
Kfz-Handel und Werkstätten
63,46 Mrd €
1,6 %
Lagerei und Dienste für den Verkehr
69,78 Mrd €
1,8 %
Landverkehr und Rohrfernleitungen
57,69 Mrd €
1,5 %
Post-, Kurier- und Expressdienste
19,92 Mrd €
0,5 %
Luftfahrt
10,90 Mrd €
0,3 %
Schifffahrt
9,58 Mrd €
0,2 %
Gastgewerbe
69,78 Mrd €
1,8 %
Rechts-, Steuer-, Unternehmensberatung, Ingenieurbüros
197,95 Mrd €
5,1 %
Werbung, Marktforschung, übrige freiberufliche Dienste
37,21 Mrd €
1,0 %
Forschung und Entwicklung
32,47 Mrd €
0,8 %
Sicherheit, Gebäudebetreuung, sonstige Dienste
98,87 Mrd €
2,6 %
Vermietung beweglicher Sachen
57,97 Mrd €
1,5 %
Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften
35,31 Mrd €
0,9 %
Reisebüros und Reiseveranstalter
5,41 Mrd €
0,1 %
Grundstücks- und Wohnungswesen
374,43 Mrd €
9,7 %
Bauinstallation und sonstiger Ausbau
135,69 Mrd €
3,5 %
Hochbau
27,67 Mrd €
0,7 %
Tiefbau
23,85 Mrd €
0,6 %
IT- und Informationsdienstleister
127,05 Mrd €
3,3 %
Verlage, audiovisuelle Medien und Rundfunk
29,58 Mrd €
0,8 %
Telekommunikation
29,02 Mrd €
0,8 %
Finanzdienstleistungen
87,65 Mrd €
2,3 %
Versicherungen und Pensionskassen
38,12 Mrd €
1,0 %
Mit Finanz- und Versicherungsdiensten verbundene Tätigkeiten
23,39 Mrd €
0,6 %
Überwiegend persönliche Dienstleistungen
39,56 Mrd €
1,0 %
Interessenvertretungen, kirchliche und sonstige Vereinigungen
35,85 Mrd €
0,9 %
Reparatur von Geräten und Gebrauchsgütern
2,11 Mrd €
0,1 %
Kunst, Kultur und Glücksspiel
22,48 Mrd €
0,6 %
Sport, Unterhaltung und Erholung
19,45 Mrd €
0,5 %
Private Haushalte als Arbeitgeber
9,50 Mrd €
0,2 %
Landwirtschaft und Jagd
34,90 Mrd €
0,9 %
Forstwirtschaft
4,00 Mrd €
0,1 %
Fischerei
308,0 Mio €
0,0 %
Für 2026 gibt es die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen noch nicht. Gezeigt ist 2023 — das jüngste Jahr, das bis in die einzelnen Zweige aufgeschlüsselt ist. Die Summen bis 2025 stehen unter 2025, dort allerdings ohne die tieferen Ebenen.
Die Summe der Bereiche ist 3.853,9 Mrd € und damit kleiner als das Bruttoinlandsprodukt desselben Jahres, 4.254,9 Mrd €. Die Differenz sind Gütersteuern abzüglich Gütersubventionen — vor allem Mehrwert- und Energiesteuer, die auf Produkten liegen und keinem Wirtschaftsbereich zugerechnet werden.
Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 81000-0102 · 1991–2025 · Stand 25. August 2026 · Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen, unbereinigt
Jahr für Jahr
Wie groß der Staat gemessen an der Wirtschaft ist
Alle drei Linien stammen aus derselben Rechnung, geteilt durch dieselbe Wirtschaftsleistung. Der Abstand zwischen der obersten und der mittleren ist die Lücke, die über Schulden geschlossen wird. Die unterste ist alles, was der Staat investiert.
Höchststand 1995 mit 55,2 %, Tiefststand 2007 mit 43,5 %. Die Investitionsquote hat sich in dieser Zeit kaum bewegt: 3,2 % im Jahr 1991, 3,4 % heute.
Die Gesamtrechnungen zählen den ganzen Staat — Kernhaushalte, Sondervermögen und Extrahaushalte zusammen. Die Staatsquote liegt deshalb höher, als der Bundeshaushalt allein vermuten lässt. Woraus der Bundeshaushalt besteht.
Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 81000-0031 und 81000-0011 · 1991–2025 · Stand 25. August 2026 · Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Sektor Staat
Von jedem Euro Staatsausgaben
7 Cent
gehen in Investitionen — Straßen, Schienen, Netze, Gebäude. 33 Cent sind Geldleistungen an Haushalte.
Finanzierungssaldo 2025
-136,5 Mrd €
3,0 % der Wirtschaftsleistung. Einnahmen 2.137,9 Mrd €, Ausgaben 2.274,4 Mrd €.
Warum diese Zahlen woanders anders stehen
Die Gesamtrechnungen werden laufend revidiert. Diese Werte stammen aus der Abfrage der Datenbank vom 25. August 2026 und können von älteren Pressemeldungen zum selben Jahr abweichen.
Öffentlicher Dienst 2024
Wer für den Staat arbeitet
Beschäftigte bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung, gezählt am 30. Juni. Teilzeit zählt als Kopf, nicht als Stelle.
Beschäftigte 2024
5,38 Mio
Anteil an allen Erwerbstätigen
11,7 %
von 46,0 Mio Menschen in Arbeit
Seit 2000
+471.100
9,6 % mehr Beschäftigte, während die Zahl aller Erwerbstätigen um 15,0 % stieg
Veränderung gegenüber dem Vorjahr
2024: +110.000
In 9 von 24 Jahren wurde unterm Strich abgebaut, zuletzt 2015. Seither ist der öffentliche Dienst um 15,8 % gewachsen, die Beschäftigung insgesamt um 6,5 %.
Landesbereich
2.672.900
49,7 %
Kommunaler Bereich
1.799.500
33,4 %
Bundesbereich
527.000
9,8 %
Sozialversicherung
380.600
7,1 %
Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 74111-0001 · Stichtag 30.06., 2000–2024 · Stand 25. August 2026 · Personalstandstatistik, Beschäftigte einschließlich Teilzeit
Deutscher Bundestag 2026
Abgeordnete und was sie kosten
Vorgesehen waren 598 Sitze. In der 20. Wahlperiode waren es 735 — das größte frei gewählte Parlament der Welt. Die Reform von 2023 deckelt es bei 630, immer noch 32 über der alten Regelgröße.
21. Wahlperiode
630
Abgeordnete
Entschädigung je Monat
11.833,47 €
§ 11 Abgeordnetengesetz, zu versteuern · seit 1. Juli 2025
Kostenpauschale je Monat
5.467,27 €
§ 12 Abgeordnetengesetz, steuerfrei · seit Januar 2026
Je Abgeordnetem und Jahr
1,0 Mio €
Summe der unten aufgeführten Titel, geteilt durch die Zahl der Sitze
Mitarbeiterstab der Abgeordneten
280,6 Mio €
44,0 %
Geldleistungen an die Fraktionen
141,6 Mio €
22,2 %
Entschädigung nach § 11
87,5 Mio €
13,7 %
Altersentschädigung und Hinterbliebene
61,0 Mio €
9,6 %
Kostenpauschale nach § 12
40,3 Mio €
6,3 %
Zuschuss zu Krankheit, Pflege und Geburt
10,6 Mio €
1,7 %
Dienst- und Mandatsreisen im Inland
8,0 Mio €
1,3 %
Kommunikationstechnik und Bürobedarf
7,7 Mio €
1,2 %
Zusammen 0,6 Mrd € — Titel aus Kapitel 0212, die es ohne die Mandate nicht gäbe. Der größte Posten ist nicht die Entschädigung der Abgeordneten, sondern das Geld für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jede Zeile führt in den Bundeshaushalt.
Sitze je Wahlperiode
- 21. Wahlperiode630
- 20. Wahlperiode735
- 19. Wahlperiode709
- 18. Wahlperiode631
- 17. Wahlperiode622
Die gesetzliche Regelgröße bis zur Wahlrechtsreform 2023. Erreicht wurde sie zuletzt 2002.
Quelle: Deutscher Bundestag und Die Bundeswahlleiterin · Sitze je Wahlperiode, Beträge Stand August 2026 · Beträge nach dem Abgeordnetengesetz
Bürokratie
Zwei amtliche Messungen, zwei Richtungen
Der Bund misst die Belastung der Wirtschaft doppelt. Der eine Index sinkt seit Jahren, der andere Wert steigt. Beide sind offiziell — sie messen nur nicht dasselbe.
Bürokratiekostenindex
96,37
Stand März 2026
Nach dieser Messung ist die Belastung seit 2012 um 3,6 % gesunken. Der Index zählt allerdings nur den Papierkram: Anträge, Meldungen, Nachweise. Alles andere, was ein Gesetz an Aufwand auslöst, kommt darin nicht vor.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Bürokratiekostenindex · 2012-01 bis 2026-03 · Stand 25. August 2026 · Basis 1. Januar 2012 = 100, nur Informationspflichten
Erfüllungsaufwand der Wirtschaft
- Bürokratiekosten der Wirtschaft64,0 Mrd €
Was Unternehmen Jahr für Jahr allein für Nachweise, Meldungen und Anträge aufwenden.
- Zusätzlicher laufender Erfüllungsaufwand seit 2011+16,8 Mrd €
Jedes Jahr aufs Neue fällig — nicht einmalig.
- Davon in der 20. Wahlperiode+8,0 Mrd €
Knapp die Hälfte des Anstiegs seit 2011 entstand in vier Jahren.
- Veränderung im Berichtsjahr−3,2 Mrd €
Erstmals seit Jahren ein Rückgang. Er wiegt ein Fünftel des Anstiegs auf.
Diese Messung erfasst den gesamten Aufwand, den Regeln auslösen — und sie zeigt nach oben. Wer sagt, Bürokratie werde abgebaut, kann sich auf den Index berufen. Wer das Gegenteil sagt, auf diese Zahlen.
Quelle: Nationaler Normenkontrollrat, Jahresbericht 2025 · Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 · Stand 2. Oktober 2025
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